„Bin bald wieder da“

Kennt ihr das auch? Ihr kommt in den Unverpackt Laden und genau der Spender, denn ihr anzapfen wolltet ist leer?

Ja, das kommt hin und wieder vor und hat ganz unterschiedliche Gründe. Wir möchten heute die Chance nutzen euch einen Einblick in die Hintergründe eines Bio-Unverpackt Ladens zu geben:

Viele Gründe

❤Im Gegensatz zu großen Supermarktketten beziehen wir unsere Produkte so regional wie möglich und kaufen nicht einfach von irgendwo her auf dem Weltmarkt, wo es vielleicht gerade am billigsten ist. Gewisse Produkte beziehen wir auch direkt vom Erzeuger. Da Lebensmittel einer Wachstumsperiode unterworfen sind und nicht zu jeder Zeit im Jahr nachwachsen können, kann es vorkommen, dass der Lagerbestand leer ist, bevor die neue Ernte da ist.

❤Klimaveränderungen, auf die die Landwirtschaft nicht ausreichend vorbereitet ist, führen immer wieder zu Missernten. Der Bio-Anbau ist hiervon tatsächlich weniger betroffen, weil ein Humusreicher Bio-Boden deutlich mehr Wasser speichern kann und in Dürrezeiten bis zu 40%* mehr Ertrag bringt. (*rodaleinstitut.org).

❤Komplette Ernten können vom Bio-Verkauf ausgeschlossen werden, weil die Schadstoffmengen durch Pestizide von benachbarten Feldern die Grenzwerte überschreiten. (Zurzeit ist dies z.B. beim Kreuzkümmel der Fall.)

❤Die Anbauflächen von Bio-Ware sind deutlich geringer als der Bedarf, deshalb ist die Ware auch bei unseren Großhändlern nicht immer erhältlich.

❤Wir arbeiten gerne direkt mit Manufakturen, Kleinbetrieben und auch „kleinen“ Großhändlern zusammen. Unvorhergesehene Situationen (wie der Ausfall der Nudelmaschine) führen hier schneller zu Engpässen als in Großfabriken.

❤Sowohl in unseren Erzeugerbetrieben, als auch bei all unseren Händler- und Speditionsbetrieben und auch bei uns arbeiten echte Menschen, die alle menschliche Fehler machen, die Situationen nicht immer richtig einschätzen und schon gar nicht hellsehen können. Uns ist es wichtig, dass an all diesen Punkten die Menschlichkeit bewahrt wird und Fehler passieren dürfen. Wir operieren ja nicht am offenen Herzen.

Ist stetige Verfügbarkeit sinnvoll?

Die oben genannten Punkte machen deutlich, dass in einer nachhaltigen, regionalen, menschlichen Lebensmittelproduktion absolute Verfügbarkeit nicht gegeben ist. Vielleicht müssen wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass alles immer in exakt gleicher Qualität verfügbar ist. Vielleicht müssen wir flexibler werden und offen für Alternativen.

Und hin und wieder ist es auch ganz gut zu merken, dass Lebensmittel endlich sind. Vielleicht steigt dann auch wieder unsere Wertschätzung.

Vermisst ihr ein Produkt? Fragt gerne nach, vielleicht gibt es einen guten Grund warum es gerade nicht da ist. Vielleicht wird bereits in diesem Moment im Hintergrund eine Lieferung angenommen. Und mit Sicherheit können wir euch eine gute Alternative empfehlen.